Sommerfest 2026
Sommerfest in Seega: Wenn Jagd und Naturschutz eine gemeinsame Sprache sprechen
Ein Sonntagvormittag in Seega, Ende August. An den Essensständen herrscht schon kurz nach der Eröffnung reger Betrieb. Wildgulasch dampft, der Grill läuft auf Hochtouren. Kaum ist die Eröffnung verklungen, hat der Festplatz schon seinen eigenen Takt gefunden. Rund 300 Gäste hat die Jägerschaft Kyffhäuser e.V. an diesem 23. August auf den Festplatz an der Feldstraße gezogen. Für ein Vereinsfest ohne Eintritt ist das eine Ansage.
Was das Sommerfest von einer gewöhnlichen Bratwurstveranstaltung unterscheidet, zeigt sich im Programm. Die Jagdhornbläser eröffneten den Tag. Jens Krumrich, bekannt als der Behringer, sorgte beim Frühschoppen für volle Bänke. Waldpädagoge Tobias führte Kinder in drei Runden durch den Wald- und Tierführerschein: Tierspuren lesen, Baumarten bestimmen, das Leben im Wald begreifen. Wer den Führerschein erlangte, bekam eine Kugel Eis als Belohnung. Beim Spiel „Fuchs und Maus“ mussten die Kinder blind ihrem Gehör vertrauen. Was niemand ahnte: Zum dritten Durchgang hatten sich längst auch die Erwachsenen eingereiht. Zu lustig, um nur zuzuschauen. Am Infomobil beantworteten Peter und Julian Fragen aus der Bevölkerung. Bei der Pfostenschau stellten Jäger ihre Hunde vor und erklärten die Besonderheiten der einzelnen Rassen: Deutsch Kurzhaar, Kleiner Münsterländer, Dackel, Weimaraner, Heideterrier, Deutscher Jagdterrier, Schweißhunde und Bracken. Die Welt der Jagdhunde ist so vielfältig wie die Jagd selbst. Den Abschluss bildete eine Apportiereinheit: Deutsch Kurzhaar und Kleiner Münsterländer zeigten, was ein ausgebildeter Jagdhund leistet. Wer an diesem Tag noch Zweifel hatte, was Jäger mit Naturschutz zu tun haben, fand in Seega seine Antwort.
Dass auch Frau Dr. Sommer von der Unteren Naturschutzbehörde und Frau Etzel von der Unteren Jagdbehörde den Weg nach Seega fanden, war uns eine besondere Freude. Jagd und Naturschutz funktionieren nur gemeinsam, und dafür braucht es Gespräche, die selten im Büro beginnen.
Ein Fest dieser Größe steht und fällt mit denen, die anpacken – ob am Grill, an der Ausgabe oder beim Rasenmähen Tage zuvor. Malte vom Feuerwehr- und Kulturförderverein Seega e.V. bereitete das Gelände vor, sodass am 23. August alles startklar war. Andreas und Michael hielten den Grill auf Temperatur, während Frank, Steffi und Isabell an der Ausgabe standen. Den Zapfhahn behielten Franz und Christian im Griff, selbst als das zweite Fass technische Probleme machte. Am Kuchenbuffet hatten Berit, Hanna und Michaela mit dem hausgemachten Kuchen schon ab dem frühen Nachmittag alle Hände voll zu tun. Ihnen allen, dem Verein und Ortsteilbürgermeister Jörg gilt unser herzlicher Dank. Ohne sie wäre der 23. August ein gewöhnlicher Sonntag geblieben.
Irgendwann war der Festplatz wieder ruhig, die Bänke leer, die Töpfe aus. Zu DDR-Zeiten zog ein Jägerfest in Seega einmal bis zu 10.000 Besucher an, mit sieben Ochsen am Spieß. “Diese Dimensionen erreichen wir noch nicht, aber vielleicht kommen wir ihnen mit jedem Jahr ein Stück näher”, sagt Madlen Schuchardt, 1. Vorsitzende der Jägerschaft Kyffhäuser. Was blieb, war die Gewissheit: Das war das beste Sommerfest, das die Jägerschaft Kyffhäuser je veranstaltet hat. Am 29. August 2027 soll es noch besser werden, in Seega, wo sonst.
Unser Dank gilt zudem allen Sponsoren, Spendern und Unterstützern, ohne die ein Fest dieser Größe nicht möglich wäre.